Direkt nach einer Trennung bist du sicher erst einmal alles, nur nicht offen für eine neue Beziehung. In diesem Artikel gebe ich dir Tipps, wie du aus dem Tal der Tränen herauskommst, und was du dabei für dich mitnehmen kannst.


Zu diesem Thema habe ich auch eine Podcastfolge aufgenommen. Die kannst du hier direkt anhören oder in deiner Podcast-App auf dem Smartphone.

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Nach der Beziehung ist vor der Beziehung. Nur dass sich das nach einer Trennung gerade erstmal überhaupt nicht so anfühlt. Und das ist auch vollkommen in Ordnung.

Sprüche wie „Auch andere Mütter haben schöne Söhne oder Töchter“ helfen jetzt ebensowenig wie die Aufforderung, einfach mal wieder mit Freunden zu feiern.

Was du wirklich nach der Trennung brauchst

Du brauchst jetzt Zeit zum Trauern. Du brauchst Zeit, die vergangene Zeit zu reflektieren und du brauchst Zeit, all die verschiedenen und teilweise widersprüchlichen Gefühle in dir wahrzunehmen und einzuordnen.

Die Palette an möglichen Emotionen ist breit. Wenn du verlassen wurdest, fühlst du dich möglicherweise niedergeschlagen, betrogen, wertlos oder wütend. Vielleicht stellst du gerade alles in Frage und wünschst dir, du wärest diese Beziehung überhaupt nicht eingegangen.

Oder wenn du derjenige warst, der gegangen ist, dann plagen dich nun vielleicht Schuldgefühle oder Zweifel, ob du wirklich den richtigen Schritt gemacht hast.

Du brauchst nun Zeit, all diese Dinge in dir zu verarbeiten. Und wenn dir dabei jemand helfen kann, dann jemand, der dich in dieser Situation vorbehaltlos aushalten kann, ohne dir deine Gefühle auszureden.

Jemand, der dein Chaos erträgt und einfach stabil neben dir steht, bis der Sturm sich auflöst.

Und das kann durchaus eine Weile dauern und wird aller Voraussicht nach in Wellen verlaufen.

Wenn du einen Freund oder eine Freundin hast, der dir in dieser Situation beisteht, sag ihm oder ihr, was du brauchst und was du nicht brauchst. Und wenn das deine Freundschaften zu sehr belastet, dann such dir einen Profi, mit dem du sprechen kannst.

So stellt sich nach und nach Heilung ein.

Aber es kann auch sein, dass im Zuge der Verarbeitung alte Verletzungen aus der Kindheit wieder an die Oberfläche kommen. Gerade Themen wie „Verlassen werden“, sich nicht gut genug fühlen, isoliert sein oder nicht verstehen, warum jemand geht, sind traumatische Erlebnisse, die viele in der Kindheit bereits hatten, und die sich nun zu wiederholen scheinen.

Der komplette ungefilterte Schmerz von damals schlägt nun wieder zu und fühlt sich unaushaltbar an.

Wenn das auch bei dir so ist, dann hast du ein unverarbeitetes Kindheitstrauma gefunden. Und so weh das tut, es ist gut, dass du es gefunden hast, denn nun kannst du es auflösen.

Dazu musst du wissen, dass Kinder bis zu einem gewissen Alter nicht ohne die Hilfe von Erwachsenen in der Lage sind, starke Emotionen zu verarbeiten. Sie brauchen einen Erwachsenen „Spiegel“, der ihnen hilft, diese Gefühle einzuordnen und sie im Fühlen stärkt und unterstützt.

Es geht wieder einmal NICHT darum, sich die Gefühle auszureden. Das wäre ein großer Fehler und würde deinen inneren Gefühlskompass nur weiter durcheinanderbringen.

Stattdessen geht es darum, die Gefühle des Kindes anzuerkennen und ihm zu helfen, den Schmerz zu verarbeiten. Das braucht im Wesentlichen aufmerksame und liebevolle Präsenz und etwas Zeit.

Genau das braucht nun auch das Kind in dir, wenn du unter starkem Schmerz nach der Trennung leidest.

Nimm dir Zeit dafür und verbringe diese ganz bewusst mit dem verlassenen, verletzten oder von Schuldgefühlen geplagten Kind. Hör ihm zu, wenn es sich beklagt, ohne zu urteilen. Sei einfach da und akzeptiere was da kommt.

Du wirst sehen, dass sich dein emotionaler Zustand dadurch deutlich verbessert.

Manchmal fällt es schwer, wenn man beginnt, auf diese Weise mit den eigenen Emotionen umzugehen. Aber mit etwas Übung fällt es immer leichter und deine Stimmung wird sich mit jedem Mal etwas bessern.

Dabei ist auch ein weiterer Punkt wichtig: Durch diese Arbeit kannst du aktiv etwas tun, damit es dir besser geht, ohne deine Gefühle zu unterdrücken.

Du kommst aus der Hilflosigkeit, ohne dich mit wahllosen Aktivitäten zu betäuben und wirst so gestärkt aus der Trennung hervorgehen.

Wenn es dir dann besser geht

Wenn der erste Sturm des Schmerzes nach der Trennung vorüber gezogen ist, zieh eine positive Bilanz für dich.

Beziehungen sind für unser Wachstum da. Das ist nicht immer angenehm. Aber sicher wird es eine Menge Dinge geben, die du in dieser Beziehung erfahren und über dich gelernt hast. Es gab Situationen an denen du wachsen konntest und weiter wachsen kannst.

Sei nicht bitter

Ganz wichtig: Tu das nicht mit Bitterkeit, sondern aus einer Position der Liebe heraus. Auch wenn es noch weh tut. Wenn es noch zu sehr weh tut, warte mit diesem Schritt, bis es dir möglich ist, liebevoll auf die vergangene Beziehung zurück zu blicken.

Wenn du wieder nach vorne blicken kannst

Ausgehend von den guten Dingen, die du in der vergangenen Beziehung erlebt hast, kannst du für dich notieren, was du dir auch in einer neuen Beziehung wünschen würdest. Es geht nicht darum, nostalgisch zu sein, sondern darum, dass du deine eigenen Bedürfnisse kennst und in einer neuen Beziehung frühzeitig auf dich achten kannst und deinen neuen Partner gegebenenfalls darauf hinweisen, was du dir von ihm oder ihr wünschst.

Dazu werde ich zu einem anderen Zeitpunkt mehr schreiben.

Fürs Erste möchte ich dir den Tipp geben, dich erst dann wieder auf eine neue Beziehung einzulassen, wenn du dich wirklich bereit dafür fühlst und deine Wunden der Vergangenheit ausreichend gewürdigt und geheilt hast. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du in der nächsten Beziehung die Muster deiner letzten wiederholst und nur eine weitere Schleife drehst.

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte nach der Trennung zusammengefasst.

Was du nach einer Trennung tun solltest

  • Dich bewusst mit deinen Gefühlen auseinandersetzen
  • Traurig sein, Wütend sein und welche Emotion auch sonst zu fühlen ist
  • Gefühle aus der Kindheit wahrnehmen und heilen
  • Würdigen, was in der Beziehung gut war

Was du nach einer Trennung NICHT tun solltest

  • Dich verurteilen und dir für alles die Schuld geben
  • Dich von deinen Gefühlen ablenken oder dich betäuben
  • Dich sofort in eine Affäre stürzen

Vielleicht glaubst du sogar, du wärst beziehungsunfähig? Dann hör mal in meine weiteren Podcastfolgen.

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