Haarige Erfolgsgeschichte – eine Anregung

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Haarige Erfolgsgeschichte – eine Anregung

Ich möchte heute eine Erfolgsgeschichte mit dir teilen. Und es ist nur zum Teil meine eigene. Doch sie hat mit meinen Haaren zu tun. Und ich glaube, dass darin eine Weisheit versteckt ist, die nicht nur Selbstständigen Mut, sondern auch Mut zur Selbstliebe machen kann.

Als ich vor 18 Jahren schon einmal eine Zeit lang in Hamburg gelebt habe, geriet ich damals im Vorbeigehen in einen ziemlich schick wirkenden Salon, in dem ich fragte, ob ich spontan einen Haarschnitt bekommen könnte, so wie ich das aus Studienzeiten gewöhnt war.

Das war in diesem Salon ganz und gar nicht üblich. Aber wie es der Zufall wollte, hatte eine junge Mitarbeiterin gerade einen freien Termin.

Wie ich Friseur bisher erlebt hatte

Ich kannte bis dahin nur Friseure, die ihre Kunden im Schnelldurchlauf abarbeiteten und dann „So, der nächste bitte“, sagten.

Als Mann mit durchschnittlicher Kurzhaarfrisur, hatte ich auch keine besonderen Ansprüche. Die Friseurin aus meiner bisherigen Erfahrung stellte sich zu Beginn hinter den Stuhl, in dem man schon sass, und fragte, wie „wir“ es denn heute gerne hätten. Meist wusste ich ohnehin nicht, was ich darauf hätte antworten sollen, denn ich verstand nichts von Frisuren.

Später wusste ich schon ein bisschen besser, wie ich es wollte. Doch wenn ich es sagte, nickte die Friseurin nur und machte dann, was immer sie für richtig hielt.

Wenn es mir gefiel, blieb ich einfach dabei und ging immer wieder hin, bis ich den Wohnort wechselte oder die Friseurin verschwand (durch Schwangerschaft, Jobwechsel, Umzug zur neuen Liebe usw.). Wenn es mir nicht gefiel, ging ich eben beim nächsten Mal zum nächsten Friseur.

Eine neue Erfahrung bahnte sich an

Dies alles hatte ich im Hinterkopf, als ich in dieser schicken Hamburger Trendmeile in einen edel aussehenden Friseursalon eintrat, nachdem ich die aussen hängende Preisliste studiert, und dabei gedacht hatte: „Das ist viel zu teuer. Mehr als Haare abschneiden können die doch auch nicht.“

Doch ich sollte eine Erfahrung machen, die mein Leben nachhaltig verändern würde. Und das auf eine vermeintlich triviale Weise.

Der Gesamteindruck war hervorragend: Dort verstand man tatsächlich überdurchschnittlich viel vom Haare schneiden und ging mit großer Sorgfalt und ungewohnter, aber sehr angenehmer Ruhe dabei vor. Ich wurde gut und umfassend beraten. Und das, was besprochen wurde, wurde dann auch umgesetzt. Als Bonus gab es bei jedem Besuch eine Kopfmassage, die sich himmlisch anfühlte, gerade wenn ich mit meinen, damals häufigen, Kopfschmerzen kam.

Und die Massage wurde nicht mal schnell beim Haarewaschen untergeschoben, sondern stellte einen eigenständigen Teil des Programms dar.

Ich bekam also viel mehr als nur einen Haarschnitt.

Und ich war glücklich darüber und ging in der kurzen Zeit, die ich damals in Hamburg war, gerne immer wieder hin. Über das Geld dachte ich nicht mehr nach. Es war eine Ausgabe, die ich mir gerne erlaubte.

Es war besonders der erste Kontakt zu meiner Friseurin, der mir im Gedächtnis hängen blieb.

Der Moment, der – friseurtechnisch – mein Leben veränderte war so simpel gewesen:

Ich sitze, wie gewohnt, schon in meinem Stuhl. Eine junge Frau, mir noch unbekannt, tritt von hinten an mich heran…, geht aber weiter, bis sie seitlich vor mir leicht in die Hocke geht, so dass wir uns auf Augenhöhe ansehen können und sagt: „Ich bin Annika, ich bin heute ihre Friseurin.“ Dann beginnt sie das Beratungsgespräch.

Ich war ungeheuer beeindruckt.

Ausnahmslos jeden Friseurbesuch habe ich seitdem an dieser ersten Begegnung gemessen. Den Namen, Annika, hatte ich in der Zwischenzeit vergessen. Nicht aber das Verhalten.

Heute, 18 Jahre später, wieder in Hamburg

Seit letztem Jahr lebe ich wieder in Hamburg. Wieder musste ich mir einen neuen Friseur suchen. Und die ersten Besuche beim Friseur „vorne an der Ecke“ waren äusserst unbefriedigend. Nur knappe 18 Minuten plante man dort für einen Herrenhaarschnitt ein. Und die Mitarbeiterin des einen Termins war beim nächsten Mal schon nicht mehr da.

Vor kurzem fuhr ich mit dem Fahrrad durch einen meiner Lieblingsstadtteile. So viele schöne Geschäfte, kleine Designerläden, Kreative. Und ein Geschäft mit der Aufschrift „Annika B. …. Friseure“. Hoppla! Der Name kommt dir doch bekannt vor!

Es gab kein langes Zögern. Den Termin konnte ich direkt online vereinbaren, bei einer Mitarbeiterin, die Annika in ihrem Sinne ausgebildet hatte. Und heute war es soweit.

Heute war ich zum ersten Mal wieder “bei Annika” zum Haareschneiden.

Nach über 18 Jahren. Weil mir unsere erste Begegnung so sehr im Gedächtnis geblieben war.

Ihre Preise sind heute wie damals – gehoben.

Doch ich bekam, was ich damals schon bekommen hatte – die volle Aufmerksamkeit eines Menschen, der sein Handwerk versteht und seinen Beruf mit Liebe ausübt.

 

By | 2018-01-09T20:54:35+00:00 9. Januar 2018|Allgemein|0 Comments

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